Bolivien


Bolivien
Bo|li|vi|en; -s:
Staat in Südamerika.

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Bolivi|en,
 
 
 
Fläche: 1 098 581 km2
 
Einwohner: (2000) 8,3 Mio.
 
Hauptstadt: Sucre
 
 
Amtssprachen: Spanisch, Ketschua, Aimara
 
 
Währung: 1 Boliviano (Bs) = 100 Centavos (c.)
 
Zeitzone: 700 La Paz = 1200 MEZ
 
amtlich spanisch República de Bolivia [rɛ'puβlika ȓə βo'liβi̯a], Republik in Südamerika, benannt nach S. Bolívar. Bolivien, ein Andenstaat ohne Zugang zum Meer, liegt in den Tropen zwischen 10º südlicher Breite und dem südlichen Wendekreis, allerdings zum größten Teil in Höhen zwischen 1 000 m und 6 000 m über dem Meeresspiegel, Anrainerstaaten sind Brasilien im Norden und Osten, Paraguay und Argentinien im Süden, Chile und Peru im Westen; mit 1 098 581 km2 hat Bolivien die doppelte Größe Frankreichs, (2000) 8,3 Mio. Einwohner, verfassungsmäßige Hauptstadt ist Sucre (La Paz ist Sitz der Regierung), Staatssprache Spanisch, daneben gleichberechtigt die Indianersprachen Ketschua und Aimara. Währung: 1 Boliviano (Bs) = 100 Centavos (c.). Zeitzone: Atlantikzeit, englisch Atlantic Standard Time (700 La Paz = 1200 MEZ).
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der mehrfach modifizierten und ergänzten Verfassung von 1947 ist Bolivien eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der auf 4 Jahre direkt gewählte Präsident (unmittelbare Wiederwahl ist ausgeschlossen), der durch einen ebenfalls auf 4 Jahre gewählten Vizepräsidenten vertreten wird. Erreicht keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit, wird der Präsident durch das Parlament bestimmt. Die exekutive Gewalt liegt beim Präsidenten. Er steht der Regierung vor, ernennt auf Vorschlag des Senats die Mitglieder des Kabinetts, bestimmt die Richtlinien der Außenpolitik, kann Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen und ist ermächtigt, Dekrete zu erlassen. Das Zweikammerparlament (Congreso Nacional) besteht aus Senat (27 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (130 Abgeordnete). Beide Kammern werden für 4 Jahre gewählt.
 
Parteien:
 
Der Movimiento Nacionalista Revolucionario (MNR; deutsch Nationalistische Revolutionsbewegung), Träger der Revolution von 1952, vertritt heute einen konservativen Kurs. Die rechtsgerichtete Acción Democratica Nacionalista (ADN; deutsch Demokratisch-Nationalistische Allianz) und der zur reformistischen Linken zählende Movimiento de la Izquierda Revolucionaria (MIR; deutsch Bewegung der revolutionären Linken) sind in einem Bündnis zusammengeschlossen. Die Conciencia de Patria (CONDEPA) und die Unión Cívica Solidaridad (UCS; deutsch Bürgerunion Solidarität) sind neopopulistische Parteien, der Movimiento Bolivia Libre (MBL; deutsch Bewegung Freies Bolivien) zählt zu den linksorientierten Bewegungen.
 
 
Gewerkschaftsdachverband, der neben gewerkschaftlichen auch politische Funktionen wahrnimmt, ist die Central Obrera Boliviana (COB; deutschBolivianische Arbeiterzentrale).
 
 
Das Wappen (von 1888) zeigt im Schild eine typische Landschaft (sonnenbestrahlter Cerro de Potosí, Alpaka, Weizengarbe und Brotbaum als Symbole für die Landwirtschaft), umrahmt vom Landesnamen und neun Sternen (Anzahl der Departamentos). Dahinter sechs Nationalfahnen, zwei Kanonen und vier Gewehre (Kennzeichen der Wehrkraft), phrygnische Mütze (Symbol für Freiheit) und Inkaaxt, darüber zwischen Ruhmeslaub (Öl- und Lorbeerzweig) ein Andenkondor.
 
Nationalfeiertage:
 
Nationalfeiertag ist der 6. 8., zur Erinnerung an die Erlangung der Unabhängigkeit 1825.
 
 
Die Verwaltung, deren Grundlagen aus dem Jahre 1826 stammen, gliedert sich in neun Departamentos, die von Präfekten (ernannt durch den Präsidenten) geleitet werden, 111 Provinzen, denen Unterpräfekten vorstehen, und 1 396 Kantone, die von Verwaltungsbeamten (corregidores) verwaltet werden. Zahlreiche traditionelle Indiogemeinschaften (comunidades indígenas) sind nach eigenem Recht organisiert. Die Verfassungsreform von 1994 hat dies bestätigt und gestärkt.
 
 
Das Recht orientiert sich an französischem Vorbild. Der Gerichtsaufbau ist im Wesentlichen dreistufig: Der Oberste Gerichtshof (Sitz: Sucre) ist in vier Kammern gegliedert, zwei für Zivilsachen, eine für Strafsachen und eine für Verwaltungs- und Arbeitsrechtssachen. Seine Richter werden vom Parlament (Kongress) ernannt. Ferner gibt es oberste Distriktgerichte und die Gerichte auf örtlicher Ebene.
 
 
Die Gesamtstärke beträgt 31 500 Mann. Die Wehrpflicht mit einjähriger Dienstzeit wird selektiv gehandhabt; paramilitärische Kräfte: 15 000 Mann Nationalpolizei, 1 200 Mann Anti-Drogen-Einheit (»Leopardos«), 5 000 Mann Grenzschutz. Das Heer (23 000 Mann) verfügt über zwei Panzerbataillone, 22 Infanteriebataillone, acht Kavallerieregimenter und ein Infanterieregiment (Präsidentengarde). Luftwaffe und Marine haben je 4 000 Soldaten. - Die Ausrüstung umfasst u. a. 36 österreichische Jagdpanzer »Kürassier«, etwa 30 Kampfflugzeuge sowie 20 Flusskampfschiffe. Das Land verwendet etwa 4 % der Staatsausgaben für die Verteidigung und erhält eine jährliche Militärhilfe von den USA von etwa 40 Mio. US-$.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Das Hochgebirge der Anden im Westen und tropische Tiefland im Osten bilden die natürlichen Großräume. Die Anden erreichen hier ihre größte Breite. Westkordillere (Vulkan Sajama 6 520 m über dem Meeresspiegel) und Ostkordillere (Cordillera Real mit Illampu 6 427 m über dem Meeresspiegel [Gipfel Ancohuma], Illimani 6 438 m über dem Meeresspiegel [Pico Sur]), beide vergletschert, umrahmen das ausgedehnte, bis zu 200 km breite Bolivianische Hochland (Altiplano), eine Folge weiter, vorwiegend abflussloser Becken (3 600-4 000 m über dem Meeresspiegel), die von mäßig hohen Rücken oder Ketten begrenzt werden. Vom Titicacasee, der über den Río Desaguadero zum Lago de Poopó entwässert, wird der Altiplano südwärts immer trockener. Die baumlose Hochlandsteppe (Puna) geht allmählich in eine Hochlandwüste mit Salzpfannen über (Salar de Uyuni, Salar de Coipasa). An die Ostkordillere schließt sich die breite Ostabdachung der Anden, das Bolivianische Bergland, an. Durch die Quellflüsse des Amazonas- (Río Grande, Río Beni) und des La-Plata-Systems (Río Pilcomayo) ist es tief zertalt und, im Regenstau des Südostpassats gelegen, stark bewaldet (Yungas). Das tropische Tiefland, das zwei Drittel des Landes einnimmt und zwischen 300 und 400 m über dem Meeresspiegel liegt, wird auf der Höhe von Santa Cruz durch Ausläufer des Brasilianischen Berglands eingeengt; im nördlichen, feuchtheißen Teil ist es von Regenwald, im mittleren, wechselfeuchten Teil von Savannen mit Galeriewäldern (Llanos de Mojos) und im südlichen, trockenheißen Teil (Llanos de Chiquitos) vom Busch des nach Paraguay überleitenden Chaco Boreal bedeckt. Das Hochland zwischen den Andenketten, die Tierra fría (Jahresmitteltemperatur La Paz 0,7 ºC), bildet den Hauptsiedlungsraum. Im Bereich des Titicacabeckens liegen die Anbauzonen der Kulturpflanzen besonders hoch (Mais bis 3 500 m über dem Meeresspiegel, Kartoffeln u. a. Knollenfrüchte bis 4 100 m über dem Meeresspiegel); die Weidewirtschaft reicht bis 5 000 m über dem Meeresspiegel. Altiplano und Bolivianisches Bergland sind reich an Bodenschätzen (Gold, Silber, Nichteisenmetalle), die Andenrandzone im Südosten an Erdöl und Erdgas.
 
 
Das Klima ist tropisch. Die im Jahresverlauf geringe Schwankungen aufweisenden Temperaturwerte sind v. a. von der Höhe abhängig (im Tiefland, der Tierra caliente, im Jahresmittel 22-27 ºC, in der Gipfelregion der Anden, der Tierra nevada, 0-3 ºC). Die Niederschläge nehmen von Osten nach Westen und von Norden nach Süden ab: im Altiplano von über 600 bis etwa 50 mm im Jahr, im Tiefland von über 2 000 auf unter 500 mm. Die Schneegrenze liegt bei etwa 5 300 m über dem Meeresspiegel
 
 
Etwa die Hälfte der Einwohner sind Hochlandindianer (Indios) mit traditioneller Wirtschaftsweise und Sozialordnung, die Indianersprachen (meist Ketschua, Aimara) sprechen. Die die Oberschicht bildenden 15 % Weißen sind Nachkommen der altspanischen Kolonisten, über 30 % der Bevölkerung sind Mestizen (Cholos). Die Bevölkerungszunahme ist mit jährlich 2,6 % (Geburtenrate 36‰, Sterberate 10‰) sehr hoch; 41 % aller Einwohner sind unter 15 Jahre alt. Niedrige Lebenserwartung (60 Jahre, Lateinamerika: 69 Jahre) und hohe Säuglingssterblichkeit (71‰; Lateinamerika: 44‰) sind Ausdruck des niedrigen Entwicklungsstandes. Rd. die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser; im Mittel kommt auf 2 000 Einwohner ein Arzt. Die durchschnittliche Kinderzahl ist mit 4,8 nach wie vor hoch (Lateinamerika: 3,1). Die Landbevölkerung macht den größten Teil der rd. 70 % umfassenden Haushalte aus, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Wichtige Siedlungsschwerpunkte sind das Titicacabecken, die Beckenzone von Cochabamba und das Neusiedlergebiet von Santa Cruz (mit Einwohnerdichten von 80-120 Einwohner/km2). Im Gebirgsland gibt es noch zahlreiche Indianergemeinschaften, die ihre ursprüngliche Sprache, ihre Bewirtschaftungsformen und ihre Lebensweise weitgehend bewahren konnten. Doch verlieren diese althergebrachten Formen durch den verstärkten Zug der Indianer in die Städte, in die Neusiedlergebiete am Andenfuß und zum Teil auch ins Ausland (insbesondere Nordargentinien) zunehmend an Bedeutung. Im noch wenig entwickelten östlichen Tiefland leben (in den Departamentos Pando, Beni und Santa Cruz) auf 59 % der Fläche Boliviens nur 26 % der Gesamtbevölkerung; in den Kautschuksammelgebieten des Nordens (Pando) und in der Viehzuchtsavanne des Beni leben heute noch mehr als 20 kleine Indianergruppen mit eigener Sprache und Kultur. 59 % (1993) der Bevölkerung wohnen in Städten mit mehr als 2 000 Einwohner (1976: 43 %).
 
 
Die Religionsfreiheit ist gesetzlich geschützt. Eine Staatsreligion im rechtlichen Sinn besteht seit 1961 nicht mehr. Traditionell hat jedoch die katholische Kirche als Glaubensgemeinschaft, der rd. 85 % der Bevölkerung angehören, eine besondere Stellung. Es bestehen vier Erzbistümer: Cochabamba, La Paz, Santa Cruz de la Sierra und Sucre. Große Teile des östlichen Tieflandes gelten noch als Missionsgebiete und werden durch Apostolische Vikare verwaltet. Über 50 000 Bolivianer gehören verschiedenen protestantischen Kirchen (v. a. Baptisten und Methodisten) und der anglikanischen Kirche an. Daneben bestehen Gemeinden (örtliche Geistige Räte) der Bahai-Religion und eine kleine jüdische Gemeinde. Die indianische Bevölkerung gehört überwiegend der katholischen Kirche an, verbindet jedoch oft die katholische Glaubenspraxis mit Elementen traditioneller indianischer Religionen, zu denen sich nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerungsgruppe bekennt.
 
 
Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 6. bis 12. Lebensjahr. Die Analphabetenquote beträgt 16,4 %. Das Bildungssystem gliedert sich in Grundschule (1.-5. Schuljahr), Aufbauschule (6.-8. Schuljahr), Mittel- und höhere Schule (9.-13. Schuljahr) sowie den Bereich der Universitäten. Der Staat trägt den größten Teil der Bildungseinrichtungen. Bedeutendste Hochschule ist die autonome, staatlich finanzierte Universität San Andreas in La Paz. Das im Juli 1994 von der Regierung verabschiedete Gesetz zur Reform des Bildungwesens soll zur spürbaren Verbesserung der Situation in der Aus- und Weiterbildung beitragen.
 
 
Presse: Die meisten Tageszeitungen haben nur regionale Verbreitung. In der Hauptstadt erscheinen das katholische Morgenblatt »Presencia«, der konservative »El Diario«, das Abendblatt »Ultima Hora« sowie das Morgenblatt »Hoy«. - Nachrichtenagentur: Agencia de Noticias Fides/ANF, La Paz, im Besitz der katholischen Kirche. - Rundfunk: Die rd. 150 Hörfunkstationen des Landes, größtenteils kleine kommerzielle Sender, sind in der »Asociación Boliviana de Radiodifusoras« (ASBORA) zusammengeschlossen. Die staatliche Fernsehgesellschaft »Empresa Nacional de Televisión Boliviana« verbreitet ein nationales Fernsehprogramm, außerdem existieren zahlreiche regionale Sender. Die katholische Universidad Boliviana produziert ein Bildungsprogramm »TV Universitaria«.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Bolivien gehört trotz seines Reichtums an natürlichen Ressourcen (Bodenschätze, Wälder, Wasserkraft) zu den am wenigsten entwickelten Ländern Lateinamerikas. Das Bruttosozialprodukt je Einwohner lag bei (1993) 740 US-$. Die Wirtschaft Boliviens durchlief in der ersten Hälfte der 80er-Jahre eine längere Rezessionsphase: negative Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes (Durchschnitt 1980-86: —2,3 %/Jahr), Stagnation in der landwirtschaftlichen Produktion, rückläufige Produktion in Bergbau und Industrie, Anstieg der Arbeitslosenquote (1980: 5,8 %, 1984: 15,4 %), stark wachsendes Haushaltsdefizit (bis zu 20 % des Bruttoinlandsproduktes), immense Aufblähung der Geldmenge bei Rekordinflation (1985) 8 170%, hohe Auslandsverschuldung (1985: 3,3 Mrd. US-$). Als Reaktion darauf begann ab August 1985 eine markt- und stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik (Nueva Política Económica: strenge Geld- und Steuerpolitik, Währungsreform, Liberalisierungs- und Privatisierungsmaßnahmen). Ab 1995 wurde mit der Kapitalisierung und Privatisierung (Kapitalaufstockung durch private Investoren) von Staatsbetrieben (u. a. in den Bereichen Energieversorgung, Telekommunikation, Flug- und Eisenbahnwesen, Metallverhüttung, Erdöl- und Erdgasförderung) begonnen. Die Erlöse aus dem Aktienverkauf sollen in einen Rentenfonds eingebracht werden. In Übereinstimmung mit dem Internationalen Währungsfonds sind außerdem eine Reform des Bildungs- und Gesundheitswesens (stärkere Privatisierung) und Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut vorgesehen. Erste Erfolge zeichneten sich Ende der 80er-Jahre ab: Seit 1987 ist die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes stets positiv (1994: 4,2 %), seit 1989 liegt die Inflationsrate unter 20 %, seit 1993 unter 10 % (1994: 8,5 %), und das Haushaltsdefizit nahm ab (1994 nur noch 3 % des Bruttoinlandsproduktes). Die Auslandsverschuldung ist allerdings weiter gestiegen und betrug (Ende 1994) 5 Mrd. US-$. Auch die Arbeitslosigkeit (u. a. Entlassung von Staatsbediensteten, Schließung von Minen) nahm zunächst weiter zu und führte zu Streiks. Eine wichtige Abfederungsfunktion kommt der informellen Ökonomie zu. In den Städten werden ungefähr 60 % der Erwerbstätigen diesem Sektor zugerechnet.
 
 
In der Landwirtschaft wurden (1994) 16 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet (1960: knapp 30 %). Die hohe Zahl der in diesem Bereich Beschäftigten (1992: 41 % aller Erwerbstätigen) weist auf eine geringe Produktivität dieses Sektors trotz Agrarreformen (nach 1952) hin. Die Schwierigkeiten resultieren aus extremen Witterungsbedingungen, veralteten Bewirtschaftungsmethoden (vorwiegend Subsistenzwirtschaft), Bodenerosion sowie unzureichender Verkehrserschließung. Mehr als die Hälfte der Produktion besteht aus den traditionellen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, Getreide, Bohnen, Quinoa (Reismelde) und im tropischen Tiefland auch Maniok. Der nationale Eigenbedarf kann jedoch nicht gedeckt werden. Der größte Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen liegt im Hochland, das aus klimatischen Gründen für eine produktive Landwirtschaft wenig geeignet ist, sowie in den engen und übervölkerten Andentälern. Im tropischen Tiefland um Santa Cruz werden vorwiegend Zuckerrohr, Reis, Kaffee, Mais, Soja, Baumwolle und andere Faserpflanzen, größtenteils für den Export, angebaut. Hier ist in jüngerer Zeit eine sehr dynamische Entwicklung zu beobachten. Wachsende Bedeutung kommt der Viehzucht zu (z. B. im östlichen Tiefland großbetriebliche Rinderhaltung). Im Altiplano gehaltene Lamas und Alpakas liefern Fleisch, Milch und Wolle und dienen als Lasttiere. Von besonderer Bedeutung ist die Nutzung des Kokastrauches, der sonst nur noch in Peru angebaut wird. In den 70er-Jahren hat sich der Anbau in Bolivien mehr als verdreifacht. Etwa 60 000-70 000 Bauernfamilien leben davon. Nur ein kleiner Teil der Ernte wird legal exportiert beziehungsweise dient dem inländischen Konsum (Kauen von Kokablättern). Der Rest wird zur illegalen Kokainherstellung genutzt. Der Exportwert des Kokains beziehungsweise der Kokainpaste soll bei 3-4 Mrd. US-$ liegen (drei- bis viermal so hoch wie die gesamte legale Ausfuhr). Davon fließen nach Schätzungen 300-700 Mio. US-$ in die bolivianische Wirtschaft zurück (Schattenwirtschaft). Offizielle Vernichtungskampagnen sowie staatliche Hilfen für den Ersatz des Kokaanbaus durch andere landwirtschaftliche Produkte waren wenig erfolgreich.
 
 
Über die Hälfte des Landes ist bewaldet. Die forstwirtschaftliche Nutzung steckt jedoch erst in den Anfängen, da fehlende Verkehrswege die Erschließung verhindern. Geschlossene Waldgebiete liegen an den Abhängen der Anden, in den Tälern zwischen den westlichen und östlichen Kordilleren entlang der großen Flüsse im Norden und Nordosten. Die Wälder sind reich an Edelhölzern.
 
 
Gefördert werden v. a. Zinn-, Zink-, Blei-, Kupfer-, Wolfram-, Antimon- sowie Gold- und Silbererze. Der Bergbau (seit 1952 verstaatlicht, im Zuge der Wirtschaftsreform heute wieder verstärkt Jointventures mit ausländischen Konzernen) ist die traditionelle Grundlage der Volkswirtschaft und wichtigster (offizieller) Devisenbringer (1994: 10 % des Bruttoinlandsproduktes). V. a. die Förderung von Buntmetallen ist seit Jahren wegen der Erschöpfung der Minen sowie der Stagnation der Investitionen und der Explorationstätigkeit rückläufig, verschärft durch Preisverfall an den Weltmärkten (z. B. bei Zinn). Ende der 80er-Jahre begann man mit weit reichenden Umstrukturierungsmaßnahmen (Schließung unrentabler Minen, Rationalisierung und Freisetzung von Arbeitskräften, Erleichterung ausländischer Investitionen, Produktionsverlagerungen u. a. auf Gold und Silber), seitdem setzte eine gewisse Erholung ein. Ende 1993 stellte die staatliche Bergbaugesellschaft mit zuletzt 7 000 Beschäftigten (1985 noch 28 000) ihre Produktion ein. Bolivien zählt weltweit zu den größten Produzenten von Zinn (1992: 16 500 t, 4. Stelle; 1975: 32 000 t, 2. Stelle), Antimon (1992: 6 022 t, 3. Stelle) und Wolfram (1990: 1 200 t, 7. Stelle). Zinn büßte seit den 80er-Jahren seine Rolle als Hauptexportprodukt und -devisenbringer ein (1962 noch 67 % der Exporte, 1980: 31 %, 1994: 9 %). Seit Mitte der 50er-Jahre wird der Eigenbedarf an Erdöl gedeckt, in den 70er-Jahren ist sogar in größerem Maße exportiert worden. Die Erdgasförderung stieg in den 80er-Jahren stark an, sodass erhebliche Ausfuhren nach Argentinien über die Erdgasleitung Santa Cruz-Yacuiba möglich sind. Geplant sind Erdgasausfuhren auch nach Brasilien und Chile.
 
 
Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes (mit Bauwirtschaft) an der Entstehung des Bruttoinlandsprodukts betrug (1994) 18 %. Die Erzeugung richtet sich v. a. auf Konsumgüter für den heimischen Bedarf. Wichtige Industriestandorte sind La Paz, Cochabamba und Oruro; klein- und mittelbetrieblich Struktur überwiegt. Die größte Anzahl der Betriebe weist das Ernährungsgewerbe auf, gefolgt vom Textil- und Bekleidungsgewerbe sowie der Holzbe- und -verarbeitung. Die Erleichterung der Importe im Zuge der neuen Wirtschaftspolitik hat die Industrie schwer getroffen (Schließung von etwa 300 Unternehmen, mangelhafte Kapazitätsauslastung. Nur allmählich gelang es, die Rezession zu überwinden.
 
 
Als Folge der wirtschaftlichen Liberalisierung ist der Außenhandel seit 1986 (überwiegend) defizitär. Die Importe stiegen rasch an, während der Exportsektor die wirtschaftliche Rezession nur langsam überwand. Erst 1994 wurden wieder die Exporterlöse von 1980 erreicht, und das Defizit der Handelsbilanz schwächte sich auf 104 Mio. US-$ ab (1993 noch 498 Mio. US-$). Die Exportstruktur hat sich in jüngerer Zeit grundlegend gewandelt. Standen 1985 noch Erdöl und Erdgas (58 % des Wertes) und Bergbauerzeugnisse (39 %) an der Spitze, so sind es heute so genannte nicht traditionelle Güter (zusammen 51 % gegenüber 1985 nur 5 %, darunter Schmuck 14 %, Soja 10 %, Holz 8 %) vor Bergbauerzeugnissen (40 %, darunter Gold 12 %, Zink 10 %, Zinn 9 %) und Kohlenwasserstoffen (9 %). 1997 soll ein Freihandelsabkommen mit den Ländern des südamerikanischen Marktes (Mercosur) in Kraft treten. Die wichtigsten Handelspartner Boliviens sind die USA, Argentinien, Brasilien und Chile.
 
Verkehr:
 
Weite Teile des Landes, insbesondere im Osten, sind verkehrsmäßig nicht erschlossen. Dazu gehört fast das gesamte Tiefland, das mit Ausnahme des Departaments Santa Cruz nur auf dem Luftwege erreicht werden kann. Das Eisenbahnnetz von rd. 3 700 km Länge, weitgehend verstaatlicht, besteht aus zwei voneinander getrennten Teilen. Der westliche Abschnitt verbindet die Städte des Hochlandes und die Erzlagerstätten mit den Pazifikhäfen in Chile sowie mit Argentinien. Zum peruanischen Netz besteht eine Verbindung mittels Fährschiffen über den Titicacasee. Die Eisenbahnen im Südosten des Landes verbinden Santa Cruz mit Yacuiba an der argentinischen und Corumbá an der brasilianischen Grenze. Eine Privatisierung ist geplant, erscheint jedoch wegen der stark veralteten Technologie und des erheblichen Kapitalbedarfs schwierig. Nur 4 % des Straßennetzes von rd. 41 000 km Länge sind befestigt. Das Schwergewicht der Straßenprojekte liegt auf der Verbindung zwischen Hochland und östlichem Tiefland. Aufgrund von Vereinbarungen mit Paraguay und Argentinien kann Bolivien die Wasserwege des Río Paraguay und des Río Paraná benutzen. Durch einen von Argentinien eingeräumten Freihafen bei Rosario erhielt Bolivien Zugang zum Atlantischen Ozean. Ein mit Peru seit 1992 bestehendes Abkommen ermöglicht zollfreie Im- und Exporte über die Hafenstadt Ilo. Der Luftverkehr hat sich seit 1975 rasch entwickelt. Internationale Flughäfen sind El Alto (La Paz) und Viru-Viru (Santa Cruz).
 
 
 
und Kolonisation: Vor der Ankunft der Europäer gehörte das heutige Bolivien größtenteils zum Inkareich, das die an den Ufern des Titicacasees entstandene Tiahuanacokultur (seit etwa 600 n. Chr., Tiahuanaco) überlagert hatte. 1538 eroberten Spanier unter G. Pizarro das Hochland und gründeten die Stadt La Plata-Charcas (heute Sucre). 1563 fasste die spanische Krone die Hochperu genannte Region als Jurisdiktionsbezirk »Audiencia de Charcas« zusammen und gliederte sie dem Vizekönigreich Peru ein. 1776 wurde Hochperu dem Vizekönig von Buenos Aires unterstellt. Für die koloniale Entwicklung der Zone war die Ausbeutung von Silbervorkommen, besonders des 1545 entdeckten »Cerro Rico« von Potosí, entscheidend. Die 4 000 m über dem Meeresspiegel liegende Stadt Potosí wuchs im 16. und 17. Jahrhundert zu einer der volkreichsten Ansiedlungen Amerikas heran (1650: etwa 160 000 Einwohner), die nicht nur das Mutterland mit Silber versorgte, sondern auch die wirtschaftlichen Aktivitäten der umliegenden Gebiete positiv beeinflusste. Soziale und wirtschaftliche Unterdrückung der indianischen Mehrheit führten im 18. Jahrhundert zu Unruhen, unter denen der Aufstand des Kaziken Túpac Amaru die spanische Kolonialherrschaft am stärksten gefährdete.
 
 
und Staatsbildung: Die Loslösung vom Mutterland gelang nach fast 25 Jahre währendem Kampf erst durch die Truppen S. Bolívars, dessen General A. J. de Sucre den Spaniern in der Schlacht bei Ayacucho die entscheidende Niederlage zufügte. Am 6. 8. 1825 wurde die Unabhängigkeit proklamiert, und ein Kongress gab dem neuen Staat zu Ehren des Befreiers den Namen Bolívar, wenig später geändert in Bolivia. Bolívar erarbeitete eine Verfassung, die einen Präsidenten auf Lebenszeit (Sucre) vorsah, der das Recht besaß, seinen Nachfolger zu benennen. Nachdem Bolívar das Land verlassen hatte (1826), kam es zum Bürgerkrieg, der 1828 zum Sturz Sucres durch den peruanischen General A. Santa Cruz führte. Der neue Präsident strebte nach der territorialen Wiederherstellung des Inkareiches und vereinigte 1836 gewaltsam Bolivien mit Peru zur Bolivianisch-Peruanischen Konföderation. Durch ihre Intervention erzwangen jedoch Chile und Argentinien die Auflösung der Union und die Absetzung von Santa Cruz. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Land von schweren Bürgerkriegen erschüttert und versank in Anarchie.
 
Territoriale Verluste:
 
Im Salpeterkrieg (1879-83) verlor das mit Peru verbündete Bolivien den Zugang zum Pazifischen Ozean durch die Abtretung der Küstenprovinz Antofagasta an Chile (1904 vertraglicher Verzicht). 1903 musste Bolivien im Vertrag von Petrópolis gegen eine Geldentschädigung das wegen seines Kautschukreichtums umkämpfte Acregebiet den Brasilianern abtreten. Die Niederlage im Salpeterkrieg führte innenpolitisch zu einer längeren Phase ziviler Regierungen und begünstigte die Herausbildung politischer Parteien. Steigende Erlöse aus Zinnexporten leiteten gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Periode wirtschaftlichen Aufschwungs ein, die erst durch die Weltwirtschaftskrise (1929-31) beendet wurde.
 
Der verlustreiche Chacokrieg (1932-35), den Bolivien gegen Paraguay um einen Zugang zum Meer führte, verschärfte die Lage. Im Frieden von Buenos Aires (1938) gewann Bolivien zwar einen schmalen Zugang zum Río Paraguay, der über den Paraná zum Atlantik führt, musste jedoch das Chaco-Boreal-Gebiet an das Nachbarland abtreten.
 
1936 gelangte Oberst José David Toro an die Macht, der ein staatssozialistisches Programm verfolgte. Er enteignete 1937 die US-amerikanische Standard Oil Company, wurde aber im selben Jahr durch einen Staatsstreich von Oberstleutnant German Busch Becerra (* 1904, ✝ 1939) abgelöst. Der neue Präsident reformierte die Arbeitsgesetzgebung, verstaatlichte mehrere Banken und verstärkte die staatliche Kontrolle über die mit diesen Banken verflochtene Zinnindustrie. Das folgende Jahrzehnt brachte zahlreiche Unruhen, die durch Putsch an die Macht gelangten Militärregierungen lösten einander ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bolivien Mitglied der UNO und der OAS.
 
Seit der Revolution von 1952:
 
Bei den Präsidentschaftswahlen vom 7. 5. 1951 siegte V. Paz Estenssoro, der Kandidat des sozialrevolutionär und proindianisch eingestellten »Movimiento Nacionalista Revolucionario« (MNR), der nach dem Chacokrieg zur stärksten Partei Boliviens aufgestiegen war und unter den Minenarbeitern und der Landbevölkerung eine breite Anhängerschaft gefunden hatte. Die Amtseinführung Paz Estenssoros, der bereits die Reformpolitik unter Staatspräsidenten Busch Becerra mitgestaltet hatte, wurde durch einen Militärputsch verhindert. General Hugo Ballivián annullierte die Wahlen. Daraufhin bereiteten die von Juan Lechín Oquendo organisierten Minenarbeiter einen gewaltsamen Umsturz vor, der am 9. 4. 1952 mit Unterstützung der paramilitärischen Polizei zum Erfolg führte. Die revolutionäre Regierung unter Paz Estenssoro (1952-56) nationalisierte die Zinnminen, ersetzte das Heer durch Arbeitermilizen und begann eine tief greifende Landreform. Der MNR und die neue, von Lechín Oquendo geführte Einheitsgewerkschaft »Central Obrera Boliviana« (COB; deutsch »Bolivianische Arbeiterzentrale«) sollten die Regierungsmacht sichern. Die Revolution brach die traditionelle Herrschaft der Landaristokratie und der Minenbesitzer. Die durch die revolutionären Maßnahmen bedingten Produktionsrückgänge in Landwirtschaft und Bergbau verursachten eine wirtschaftliche Rezession, die unter Präsident H. Siles Zuazo (1956-60) erneut zu sozialen Spannungen und zu Machtkonflikten zwischen dem MNR und der COB führte. Unter der zweiten Präsidentschaft Paz Estenssoros (1960-64) gewannen linksradikale Kräfte Zulauf; 1961 wurde ein von der kubanischen Regierung unterstützter Aufstand niedergeschlagen. Als 1964 der MNR Paz Estenssoro für eine dritte Präsidentschaft vorschlug, verließ Lechín Oquendo, der sich übergangen fühlte, mit seinen Anhängern die Partei. Neue Unruhen kurz nach der Wiederwahl von Paz Estenssoro führten zu einem Militärputsch unter Führung von General René Barrientos Ortuño (* 1919, ✝ 1969). Als Präsident (1964-69) ersetzte er die sozialrevolutionäre Linie des MNR durch gemäßigte Reformen und drängte die Macht der Gewerkschaften zurück. 1967 zerschlug er die von E. »Che« Guevara Serna geführte Guerillabewegung. Nach seinem Tod verfolgten die Präsidenten General Alfredo Ovando Candida (* 1918; 1969/70) und General Juan José Torres Gonzales (* 1921; 1970/71) mit Unterstützung der Gewerkschaften einen linksnationalistischen Kurs. Im August 1971 übernahm Oberst H. Banzer Suárez die Macht und konnte die innenpolitische Situation beruhigen. Er stützte sich zunächst auf den MNR, regierte jedoch später immer stärker mit diktatorischen Mitteln. Nach seinem Sturz (1978) löste der Versuch, durch Wahlen (1978, 1979 und 1980) einen Nachfolger zu ermitteln, zahlreiche, von unterschiedlichen Koalitionen getragene Militärputsche aus. Der 1980 gewählte Präsident H. Siles Zuazo konnte erst im Oktober 1982 sein Amt antreten. Auch ihm gelang es nicht, das Land zu stabilisieren; seine Sparmaßnahmen scheiterten am Widerstand der COBolivien Bei den Wahlen von 1985 siegte Paz Estenssoro als Kandidat des nunmehr gemäßigt reformerisch auftretenden MNR gegen den früheren Diktator Banzer Suárez. In seiner vierten Amtsperiode suchte er den drohenden Staatsbankrott Boliviens durch ein hartes Sanierungsprogramm abzuwenden (u. a. Senkung der öffentlichen Ausgaben durch Abbau von Subventionen für Lebensmittel und Benzin, Lohnstopp, Privatisierung von Staatsunternehmen). Dem Widerstand der COB begegnete er mit Verhängung des Ausnahmezustandes. Seit 1986 erholte sich die Wirtschaft langsam.
 
Neueste Entwicklung:
 
Bei den Präsidentschaftswahlen 1989 erzielte kein Kandidat die absolute Mehrheit, deshalb bestimmte das Parlament J. Paz Zamora (Movimiento de la Izquierda Revolucionaria) zum Präsidenten. Unter seiner Regierung erreichte das Land eine spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, die Währung wurde die stärkste in Lateinamerika. Mit Peru schloss Bolivien 1992 einen Vertrag über eine Freihandelszone und Nutzungsrechte für den Hafen von Ilo, damit erhielt das Land erstmals seit 1879 wieder Zugang zum Pazifik.
 
1993 wechselte bei den Präsidentschaftswahlen die Macht wieder an den MNR unter G. Sánchez de Lozada. Er ernannte erstmals in der Geschichte des Landes einen Indianer für ein hohes Regierungsamt (Victor Hugo Cárdenas als Vizepräsident). Sánchez de Lozada setzte die Privatisierungspolitik seiner Vorgänger fort; erfolgreich waren auch seine weitreichenden Reformen der Finanz- und Bildungspolitik sowie des Justizwesens. Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es Banzer Suárez 1997, nochmals zum Präsidenten des Landes gewählt zu werden. Unter seiner Regierung ging das Wirtschaftswachstum zurück; schwere Unruhen im Jahr 2000 belegten, dass auch die sozialen Probleme Boliviens noch nicht gelöst sind. Am 6. August 2001 trat Banzer Suárez - auch aus gesundheitlichen Gründen - zugunsten von Vizepräsident Jorge Quiroga zurück.
 
 
 
F. Monheim: Zwanzig Jahre Indianerkolonisation in Ost-B. (1977);
 E. Klein: B., Rohstoffexport u. politisch-ökonom. Binnenentwicklung, 1545-1952 (1979);
 W. Schopp: Die bolivian. Departementszentren im Verstädterungsprozeß des Landes (1980);
 M. Stolz: Der genossenschaftl. Bergbau in B. (1984);
 G. Gerold u. a.: Beitrr. zur Landeskunde B.s (1987);
 
Hb. der Dritten Welt, hg. v. D. Nohlen u. F. Nuscheler, Bd. 2: Südamerika (Neuausg. 1995).
 
L. Paz: Historia general del alto Perú, hoy Bolivia, 2 Bde. (Sucre 1919);
 R. J. Alexander: The Bolivian national revolution (New Brunswick, N. J., 1958, Nachdr. Westport, Conn., 1974);
 H. Vázquez-Machicado u. a.: Manual de historia de Bolivia (La Paz 1958);
 H. S. Klein: Parties and political change in Bolivia 1880-1952 (Cambridge 1969);
 R. J. Alexander: Bolivia. Past, present, and future of its politics (New York 1982);
 M. Sarkisyanz: Kollasuyo. Indian. Gesch. der Republik B. (1993).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Lateinamerika (1820 bis 1860): Ein Kontinent ordnet sich neu
 
Lateinamerika: Oligarchien und Militärdiktaturen ab 1929
 

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Bo|li|vi|en; -s: Staat in Südamerika.

Universal-Lexikon. 2012.

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